Partnerschaftschronik

Sorede

Partnerschaftschronik

Wurzeln der Partnerschaft

Während des zweiten Weltkrieges war ein französischer Kriegsgefangener auf dem Hof der Familie Laiminger zum Arbeitsdienst eingesetzt, der nach dem Krieg in seine südfranzösische Heimat zurückkehrte. Er erinnerte sich stets gerne und trotz der widrigen Umstände in Dankbarkeit an seinen Aufenthalt in Vogtareuth.

Internationales Jahr der Jugend 1985


Auf der Grundlage internationaler Verträge wie z. B. des Elysée-Vertrages aus dem Jahr 1963, regen offizielle Insitutionen an, Partnerschaften mit Orten im Ausland zu knüpfen. Als damaliger Jugendbeauftragter der Gemeinde Vogtareuth nimmt Georg Krämer diese Anregung auf und schlägt dem Gemeinderat vor über den bereits bestehenden Kontakt der Familie Laiminger eine Verbindung mit Sorède herzustellen. Die Resonanz aus Sorède erfolgt kurze Zeit später in Form einer Einladung des dortigen damaligen Bürgermeisters Cavailler. Emmeram Spötzl, der damalige Bürgermeister von Vogtareuth, der Jugendbeauftragte Georg Krämer und zehn Jugendliche sind die ersten offiziellen Gäste aus Oberbayern, die mit der Bahn nach Sorède fahren, wo sie noch etwas vorsichtig zwar, aber doch herzlich aufgenommen werden. Es folgen interessante Tage mit Spiel, Sport und Spaß , die die Teilnehmer trotz sprachlicher Hürden einander näher bringen. Bereits 1987 kommen Jugendliche aus Sorède zum Gegenbesuch nach Vogtareuth, wiederum ein gewinnbringender Austausch für beide Seiten.

Sportverein pflegt Austausch

Die Verbindung ruht einige Zeit bis der Sportverein auf der Rückreise von einer Spanienfahrt einen Abstecher nach Sorède macht. Als Ergebnis der hierbei geknüpften Kontakte finden in den Folgejahren mehrfach gegenseitige Besuche der Fußballmannschaften aus Vogtareuth und Sorède statt.


Vogtareuther Schule legt Grundstein für Schüleraustausch
Dem Jugendbeauftragten der Gemeinde Vogtareuth und Lehrer an der Teilhauptschule Georg Krämer gelingt es Anfang der neunziger Jahre, die Schule in Sorède für eine Schulpartnerschaft zu gewinnen. An dem Austausch beteiligen sich zunächst Schüler der 5. und 6. Klassen, später dann auch die 3. und 4. Klassen. Mit dem Weggang von Georg Krämer ist diese Verbindung zwischen den Schulen Vogtareuth und Sorède eingeschlafen.
Im Jahr 2011 wird Claudia Decker als neue Leiterin an die Grundschule berufen, welch ein Glück, denn sie engagiert sich für die Partnerschaft mit dem Ziel, den Schüleraustausch zwischen den Gemeinden Vogtareuth und Sorède wieder neu zu beleben.

Die Partnerschaft wird offiziell

Nach der Gründung des Partnerschaftskomitees in Vogtareuth am 12.12.1990 mit dem Ziel die gegenseitigen wirtschaftlichen, kulturellen, sportlichen und erzieherischen Beziehungen weiter zu entwickeln und zu vertiefen, ist es im Jahre 1991 soweit: die Bürgermeister beider Gemeinden, Emmeram Spötzl und Yves Porteix besiegeln offiziell die Partnerschaft zwischen beiden Gemeinden mit ihren Unterschriften. Seitdem finden regelmäßig gegenseitige Besuche und sportliche Aktivitäten wie z. B. Fußballturnier in Sorède statt.
Erster Höhepunkt ist die Einweihung des neu erbauten Rathauses in Sorède, die 1994 im Beisein des damaligen Ersten Bürgermeisters von Vogtareuth sowie des amtierenden Komités stattgefunden hat.
Im Jahr 1999 machte sich erstmals eine Fahrradgruppe aus Sorède auf den weiten Weg nach Vogtareuth.


10jähriges Jubiläum

Im August 2002 wird in Vogtareuth das 10jährige Bestehen der Partnerschaft gemeinsam mit Gästen aus Sorède mit einem bunten Programm gefeiert. Glanzvoller Höhepunkt war dabei eine Tanzschifffahrt auf dem Chiemsee an einem lauen Sommerabend.
Bereits im Jahr zuvor war ein ganzer Bus mit Vogtareuthern zu Gast im Partnerort, um dort nach südfranzösischer Art das Jubiläum zu begehen.

In den Jahren 2004 und 2007 folgen weitere Fahrten nach Sorède, die „Unterinntaler“ Trachtler fahren mit einer Plattlergruppe mit und gestalten am Dorfplatz in Sorède ein einmaliges Abendprogramm, das den Sorèdern in Erinnerung bleiben wird.

Verein zur Förderung der Partnerschaft wird gegründet

Am 23. April 2008 übernimmt der „Verein zur Förderung der Partnerschaft Vogtareuth-Sorède e.V." die bis dahin vom Komitee wahrgenommenen Aufgaben. Im Interesse der Gemeinde Vogtareuth plant und koordiniert die Vorstandschaft bestehend aus erstem und zweitem Vorsitzenden, Schriftführer und Kassier sowie drei Beisitzern die Ausgestaltung der Partnerschaft mit Sorède. Im Verein aktiv und passiv sind BürgerInnen aller Bevölkerungsschichten, die sich für das alltägliche Leben und die Kultur unserer südfranzösischen Partnergemeinde interessieren.
Im Jahr 2009 meistert der Verein mit dem Besuch der Sorèder in Vogtareuth die erste große Herausforderung nach der Gründung:
auf dem Programm stehen eine Schifffahrt auf dem Königssee mit Mittagessen, eine Stadtbesichtigung in Salzburg, ein zünftiger Hüttenabend auf der Käseralm mit Brotzeit und Musik und zum Abschluss ein Festgottesdienst in Zaisering.
Anlässlich des Gautrachtenfestes im Juli 2010 organisiert der Verein für eine Delegation aus Sorède ein Rahmenprogramm mit einer Fahrt auf den Wendelstein, einem Besuch der Landesgartenschau in Rosenheim sowie einem Heimatabend im großen Festzelt in Vogtareuth mit Bier, Brotzeit und Musik.

Inhalte und Ziele

Eine Gemeindepartnerschaft lebt vom regelmäßigen gegenseitigen Kontakt. Vor allem das Interesse der Jugend für das andere Land/Gemeinde zu wecken, steht im Mittelpunkt der Bemühungen beider Seiten. Interesse an den unterschiedlichen kulturellen Traditionen, an den Wertevorstellungen der Partnergemeinde, aber auch einfach nur gemeinsam Spaß an unterschiedlichen Aktivitäten haben: unsere Partnerschaft bietet den Rahmen für zahlreiche wertvolle Erfahrungen.

20jähriges Jubiläum

Im Juni 2011 konnte die offizielle Partnerschaft ihren 20. Geburtstag begehen, das war Anlass zu einer Jubiläumsfahrt nach Sorède, wo gemeinsam ausgelassen gefeiert wurde. Einmal mehr wurde der Aufenthalt in dem kleinen Dorf am Fuße der Pyrenäen unweit der spanischen Grenze und nur einen Katzensprung entfernt vom Mittelmeer zu einer unvergesslichen Woche.
Und im Jahr 2013 begrüßten wir die Sorèder hier in Vogtareuth anlässlich des Jubiläums und krönten die Feierlichkeiten mit der Partnerschafts-Sonnenuhr am Schulhaus.

Und was findet sonst noch statt?


Im Interesse regelmäßiger gegenseitiger Kontakte und unterschiedlicher Angebote setzte sich der Verein zum Ziel, neben den großen regelmäßigen Austausch-Fahrten – zuletzt im Jahr 2015 nach Sorède - weitere Aktivitäten zu unterstützen, die sich ganz unterschiedlichen Themen widmen. Damit will der Verein auch solche GemeindebürgerInnen ansprechen, die sich in der Vergangenheit noch nicht für die Partnerschaft interessiert haben.

Im einzelnen wurden organisiert:
Aktivitäten wie z.B. ein Wanderwochenende für eine kleine Gruppe Vogtareuther im Herbst in den Pyrenäen,
der Vereinsausflug des Schachclubs im Sommer 2012 nach Sorède mit der Austragung eines Wettkampfes zwischen Schachclub-Spielern und einer Auswahl südfranzösischer Spieler.
Auf Vermittlung des Vereins haben zwei junge Vogtareutherinnen ein Praktikum in Sorède im office du tourisme absolviert.
Für interessierte Jugendliche aus Sorède wünschen wir uns ebenfalls Praktikumsangebote von ortsansässigen Betrieben im Bereich Handwerk, Gastronomie, Dienstleistung und Landwirtschaft, um diesen einen ersten Einblick ins Berufsleben zu vermitteln.
Im Juli 2015 reiste eine Delegation aus Sorède auf Einladung des Bürgermeisters zur Einweihung der Ortsumfahrung Vogtareuth an.
Und zuletzt konnten wir anlässlich des 150. Gründungsfestes der Vogtareuther Schützen im Mai 2016 das Ehepaar Gouarin in Vogtareuth begrüßen.

Hoffentlich sind Sie jetzt neugierig geworden!
Wir freuen uns, wenn Sie mitmachen und die deutsch-französische Völkerfreundschaft aktiv mit Ihren Ideen mitgestalten - Vive le jumelage!

Na, wie wär's, machen doch auch Sie mit und unterstützen Sie aktiv die deutsch-französische Völkerfreundschaft  - es lohnt sich!

 

 

Aktuelles

 

Besuch unserer Freunde aus Sorède

vom 23. bis 27. August 2017

 

Kaiserwetter herrschte am Mittwoch, 23. August 2017 als der Bus mit den Sorèdern am Feuerwehrhaus in Vogtareuth ankam - hochsommerliche Temperaturen mit Sonnenschein pur begleiteten auch diesen Austausch und so können wir einmal mehr auf großartige Tage mit einem gelungenen Programm zurückblicken.

 

Bei einem Ganztagesausflug nach Burghausen besichtigten unsere Freunde Europas längste, überaus beeindruckende Burganlage und stärkten sich bei einem hervorragenden Mittagessen im Augustiner am Stadtplatz. Abgerundet wurde die Fahrt mit einer lehrreichen Altstadtführung ehe alle ziemlich erschöpft der Rückweg nach Vogtareuth antraten.

 

Tags drauf ging’s rund um den Hofstätter See auf dem Moorlehrpfad mit Wissenswertem zum Burgermoos und zum Thema Wasserförderung. In der Mittagshitze erwartete uns am Rinsersee ein von Familie Schneider/Rasp appetitlich angerichtetes Buffet mit Räucherfisch und der eine oder andere nutzte die Gelegenheit für ein erfrischendes Bad.

Ja, und am Abend stand ein weiterer Fußmarsch auf dem Programm: hinauf zur Käser-Alm. Bei deftiger Brotzeit, musikalisch umrahmt vom Strasskirchner Dreigesang begleitet von Sepp Rumberger und Hedi Grella verlebten wir gesellige Stunden mit angeregten Gesprächen bis die Sterne am Abendhimmel funkelten. Bepackt mit einem Rebstock, einem Olivenbaum und allerhand weiteren mediterranen Köstlichkeiten ging’s zu fortgeschrittener Stunde gut gelaunt wieder hinunter ins Tal zum Bus – beinahe hätten wir zwei Vogtareuther zurückgelassen….aber zum Glück ist ihr Fehlen gerade noch rechtzeitig bemerkt worden!

 

Der Samstag stand ganz unter dem Motto „Auf geht’s zum Rosenheimer Herbstfest“ – bei hochsommerlicher Hitze wurde der Aufenthalt im Flötzinger Festzelt eine ziemlich schweißtreibende Angelegenheit – aber schee war’s trotzdem!

 

Ja und am Sonntag hieß es dann leider schon wieder „Abschied nehmen“ – mit dem Segen der Kirche gespendet von Pfarrer Guido Seidenberger im Rahmen eines deutsch-französischen Gottesdienstes machten sich unsere 21 Freunde auf den Heimweg, begleitet von der Erinnerung an die herzliche Gastfreundschaft der Vogtareuther und mit jeder Menge Bier und anderen bayerischen Andenken im Gepäck. An dieser Stelle ein besonders herzliches Vergelt‘s Gott an alle Gastfamilien, die unsere Sorèder Freunde während ihres Aufenthaltes aufgenommen haben – ohne ihre Unterstützung wäre unsere Partnerschaft nicht realisierbar!

Und zu guter Letzt ein Blick in die Zukunft: der nächste Austausch ist schon beschlossen, im Jahr 2019 geht’s nach Sorède- damit unsere Partnerschaft noch lange fortbesteht!

 

Vive le jumelage!

Im Namen des Partnerschaftsvereins

Gabriele Stemberger-Hanke

Schriftführerin

Anlage: Fotos mit Impressionen vom Aufenthalt

 

Das Gastgeschenk, die Luftbildaufnahmen wurden von den Fotografen Peter Hempel gefertigt.

 

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